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Alida Bremer. Geboren
1959 in Split/Kroatien. Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft,
Romanistik, Slavistik und Germanistik in Belgrad, Rom, Saarbrücken und Münster.
Promotion im Bereich Vergleichende Literaturwissenschaft. Langjährige Tätigkeit
als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lektorin an den Universitäten in
Münster und Gießen. Künstlerische Programmleiterin der Buchmesse in
Pula/Istrien. Leiterin des Projektes „Kroatien als Schwerpunktland zur
Leipziger Buchmesse 2008". Freie Mitarbeiterin bei der S. Fischer Stiftung. Grenzgängerstipendium
der Robert-Bosch-Stiftung für das Jahr 2008-2009. Wichtige Publikationen: Kriminalistische Dekonstruktion: Zur Poetik
der postmodernen Kriminalromane (Würzburg 1999); (Hrsg.): Jugoslawische
(Sch)Erben: Probleme und Perspektiven (Osnabrück 1993); (Hrsg.):
Literarischer Reiseführer: Istrien
(Klagenfurt/Celovec 2008); (Hrsg. mit Silvija Hinzmann und Dagmar Schruf): Südliche
Licht. 20 Liebeserklärungen an Kroatien (Berlin 2008); (Hrsg. mit Hermann
Wallmann): Kroatische Literatur der
Gegenwart in 6 Bänden (Daedalus Verlag 2008); (Hrsg. mit KulturKontakt
Austria): Zeitgenössische Literatur aus
Kroatien (realisiert: 4 Bände, geplant: 10 Bände); (Hrsg): Fabula rasa. Oder: Zagreb liegt am Meer /
Die kroatische Literatur der letzten 25 Jahre. Die Horen, Band 229 (1.
Quartal 2008).
Zahlreiche Übersetzungen aus dem Kroatischen, Serbischen und Bosnischen (Gedichtbände, Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Essays u.a.von Predrag Matvejević, Bora Ćosić, Ivana Sajko, Edo Popović, Miroslav Krleža, Milko Valent, Janko Polić Kamov, Antun Šoljan, Veljko Barbieri, Roman Simić, Delimir Rešicki, Slavenka Drakulić, Jakša Fiamengo, Dragan Velikić, Marija Karaklajić, Milena Marković).
György Dalos ist Programmkurator und Berater des Projektes. Er wurde 1943 in Budapest geboren, 1962-1967 studierte er Geschichte an der Moskauer Universität, 1968 wurde er in Budapest wegen "staatsfeindlicher Tätigkeit" gerichtlich verurteilt, danach wurde er mit Berufsverbot belegt. Er arbeitete als Übersetzer aus dem Deutschen und Russischen, in den siebziger Jahren beteiligte er sich an der ungarischen demokratischen Opposition, 1984-85 wurde er Stipendiat des Berliner Künstlerprogramms. Er arbeitete als Mitarbeiter der Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen, 1987-1995 war er als freier Publizist in Wien tätig, 1992-1996 war er Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll- Stiftung, 1995-1999 arbeitete er als Leiter des Ungarischen Kulturinstituts in Berlin. Als literarischer Kurator des Schwerpunkts Ungarn auf der Frankfurter Buchmesse 1999 trug er intensiv zur Verbreitung der zeitgenössischen ungarischen Literatur im deutschsprachigen Raum bei. Auszeichnungen: Adelbert-von Chamisso-Preis 1995, Gryphius Sonderpreis, 1999, Goldene Plakette des Präsidenten der Republik Ungarn, 2000. Verdienstorden der Republik Ungarn, 2006. Wichtigste Bücher: Die Beschneidung (1990), Proletarier aller Länder, entschuldigt mich! (Ende des Ostblockwitzes), 1993, Gast aus der Zukunft (1996), Der Gottsucher (1999), Ungarn in der Nussschale. Geschichte meines Landes, 2004, Die Balaton-Brigade, 2006. 1956: Aufstand in Ungarn, 2006, Jugendstil, 2007
Als der Arzt und Naturforscher Jacobus Tollius aus Utrecht 1660 den kroatischen Ban Nikola Šubić Zrinski auf seinem Schloss Čakovec besuchte, bemerkte er in seiner Schatzkammer die Münzen von Alexander dem Großen und von den römischen Kaisern Otto und Vitelius sowie eine Portraitsammlung von berühmten Königen. Darüber hinaus bemerkte er noch etwas Besonderes: „Daselbst sah ich auch sehr hübsch gefertigte Bilder von Martin Luther und seiner Frau“, was ihn wohl bei einem jesuitisch geschulten Magnaten ebenso verwunderte, wie das Geschenk seines Gastgebers: drei seltene türkische Bücher. Der Burgherr bereitete sich nämlich auf einen letzten, vernichtenden Schlag gegen die Osmanenherrschaft vor, um unsere Länder von dieser und zugleich von jeder Fremdherrschaft zu befreien.
Der kroatische Ban Zrinski, den meine Landsleute unter dem Namen Miklós Zrínyi als ungarischen Nationalhelden und literarischen Klassiker feiern, verkörperte mit seiner humanistischen Bildung in seiner Zeit all das, was für Ostmitteleuropäer wichtig war: Freiheitsliebe, Kultur und Toleranz.
Diese Werte galten leider nicht immer in den Beziehungen zwischen Ost und West und auch nicht in unserem Umgang mit den Nachbarn. Das bisweilen diese Werte vernachlässigt wurden, war jedoch nichts Spezifisches für die kroatische oder für die ungarische Geschichte – aufgrund konfessioneller, politischer oder militärischer Kollisionen trugen wir die Spaltung des gesamten Kontinents in uns.
Nun ist es soweit: Die Republik Kroatien steht vor dem Beitritt in die EU, und die kroatische Literatur und die schönen Künste haben diese Hürde bereits vor langer Zeit genommen. Die Kultur schafft es mit den Mitteln der Sprache und Phantasie leichter als die Wirtschaft oder die Politik, übertriebene Prüfungsängste zu überwinden. Die Tatsache, dass wichtige Autoren kontinuierlich auf dem deutschsprachigen Büchermarkt präsent sind, ist ein günstiger Ausgangspunkt für den Auftritt in Leipzig im Frühjahr 2008.
Ich wünsche diesem Vorhaben gutes Gelingen.
György Dalos
Mitarbeiter des Projekts Schwerpunktpräsentation Kroatien zur Leipziger Buchmesse 2008:
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Ana Nemec
Sebastian Wolter
Stefan Höhne
Margit Jugo
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